Warum du nicht abschalten kannst – und wie du wirklich Stress abbauen kannst (und was das mit deinem Gewicht zu tun hat)
- Tetiana Ostrikova
- 23. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Viele Menschen haben heute das Gefühl, ständig unter Spannung zu stehen. Selbst wenn eigentlich alles ruhig ist, fällt es schwer, wirklich abzuschalten. Man liegt abends im Bett, ist müde – aber im Kopf läuft alles weiter: Gedanken, To-do-Listen, innere Unruhe.
In solchen Momenten entsteht oft der Eindruck, dass man einfach „nicht gut entspannen kann“. Doch das eigentliche Problem liegt meist tiefer.
Dein Körper ist noch im Stressmodus
Wenn du gestresst bist, reagiert dein Körper automatisch. Er schüttet Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Diese sorgen dafür, dass du leistungsfähig bist, schnell reagieren kannst und funktionierst.
Das ist grundsätzlich sinnvoll – aber nur kurzfristig.
Das Problem ist: Diese Aktivierung verschwindet nicht nicht sofort. Auch wenn die Situation längst vorbei ist, bleibt dein Körper innerlich angespannt. Genau deshalb funktioniert „einfach entspannen“ oft nicht.
Du kannst dich hinlegen oder bewusst versuchen, ruhig zu werden – aber dein System ist noch aktiv.
Stress ist nicht nur im Kopf – sondern im Körper
Viele versuchen, Stress rein mental zu lösen, zum Beispiel durch Ablenkung oder bewusstes Abschalten. Doch Stress ist nicht nur ein Gedanke – er ist ein körperlicher Zustand.
Die Energie, die durch Stress aufgebaut wird, bleibt zunächst im Körper. Und solange sie nicht abgebaut wird, hält sie dich innerlich aktiv.
Deshalb fühlt sich Entspannung oft nicht wirklich entspannend an.
Warum Stress dein Essverhalten verändert
Ein weiterer Effekt von Stress zeigt sich häufig im Essverhalten. Nach einem anstrengenden oder emotional belastenden Tag entsteht oft ein stärkeres Verlangen nach Süßem oder schnellen Kohlenhydraten.
Das hat nichts mit fehlender Disziplin zu tun.
Dein Körper fordert in solchen Momenten schnelle Energie, um mit der inneren Anspannung umzugehen. Dieses Verhalten ist biologisch erklärbar und völlig normal.
Wichtig zu verstehen ist: Stress wirkt nicht bei allen Menschen gleich.
Manche verlieren unter Stress eher den Appetit und nehmen ab. Andere haben ein stärkeres Verlangen nach Essen – vor allem nach schnellen, energiereichen Lebensmitteln.
Beides sind normale Reaktionen des Körpers.
Entscheidend ist jedoch: Dauerhafter Stress bringt dein System aus dem Gleichgewicht – und macht es deutlich schwerer, ein stabiles Essverhalten und ein gesundes Gewicht zu halten.
Genau hier liegt ein wichtiger Punkt: Solange dein Körper im Stressmodus ist, wird Abnehmen deutlich schwerer. Dein System ist darauf ausgerichtet, Energie zu speichern – nicht loszulassen.
Der Kreislauf von Stress und Essen
Du bist angespannt und innerlich unruhig.
Essen fühlt sich in diesem Moment wie die schnellste Lösung an.
Danach bleibt oft ein unangenehmes Gefühl – und der Kreislauf beginnt von vorne.

Viele Menschen erkennen sich genau in diesem Kreislauf wieder.
Genau hier wird es schwierig, langfristig abzunehmen.
Stress abbauen: Was wirklich hilft
Um Stress abbauen zu können, braucht dein Körper einen Weg, die aufgebaute Spannung nachhaltig zu reduzieren.
Bewegung
Körperliche Aktivität ist einer der effektivsten Wege, Stresshormone zu regulieren. Besonders hilfreich sind Aktivitäten, die den Puls erhöhen, wie zum Beispiel Joggen, intensives Training oder auch einfache Übungen wie Kniebeugen oder Liegestütze.
Durch Bewegung kann dein Körper die angestaute Energie verarbeiten. Viele Menschen fühlen sich danach deutlich ruhiger und klarer.
Atmung
Auch die Atmung hat einen direkten Einfluss auf dein Nervensystem. Eine einfache Methode ist, bewusst langsamer auszuatmen als einzuatmen, zum Beispiel vier Sekunden einatmen und sechs Sekunden ausatmen.
Das signalisiert deinem Körper Sicherheit und kann helfen, die innere Anspannung zu reduzieren.
Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt lenken
Wenn deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen, kann es helfen, dich bewusst auf deine Umgebung zu konzentrieren. Eine einfache Übung besteht darin, Dinge wahrzunehmen: zum Beispiel fünf Dinge, die du siehst, vier Dinge, die du fühlst und drei Dinge, die du hörst.
Das bringt dich aus dem Gedankenkarussell zurück in den Moment.
Warum Techniken allein oft nicht ausreichen
Viele Menschen probieren verschiedene Methoden aus, um sich zu entspannen – und haben trotzdem das Gefühl, dass der Stress immer wieder zurückkommt.
Das liegt in den meisten Fällen nicht daran, dass sie etwas falsch machen.
Der Grund ist, dass die eigentliche Ursache im Hintergrund bestehen bleibt. Techniken können kurzfristig helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Sie sind wichtig und sinnvoll.
Aber sie lösen nicht das, was den Stress immer wieder auslöst.
Die eigentlichen Ursachen von Stress
Hinter dauerhaftem Stress stehen oft tiefere innere Prozesse. Dazu gehören zum Beispiel innerer Druck, Perfektionismus, das Gefühl, immer funktionieren zu müssen, emotionale Belastung oder Überforderung.
Diese Muster laufen häufig unbewusst ab und beeinflussen dein Verhalten stärker, als du denkst.
Wie nachhaltige Veränderung möglich wird
Um wirklich zur Ruhe zu kommen, reicht es oft nicht, nur an der Oberfläche zu arbeiten. Es braucht ein Verständnis dafür, was im eigenen System passiert und welche Ursachen hinter dem Stress stehen.
Genau hier setze ich in meiner Arbeit an.
Wir schauen nicht nur an die Oberfläche, sondern gehen einen Schritt tiefer: Was passiert in deinem System? Warum bleibt dein Körper im Stressmodus? Und was steckt wirklich dahinter?
In meinen Sitzungen arbeiten wir mit tiefer Entspannung – oft auch mit Hypnose. Das hilft deinem Nervensystem, wirklich loszulassen und einen neuen Zustand von Ruhe zu erleben.
Darauf aufbauend arbeiten wir gezielt an den Ursachen.
Fazit
Wenn du dich nicht entspannen kannst, liegt das oft nicht an dir. Dein Körper ist noch im Stressmodus und braucht Unterstützung, um wirklich herunterzufahren.
Kurzfristige Techniken können helfen. Aber nachhaltige Veränderung entsteht erst dann, wenn die Ursachen erkannt und gezielt verändert werden.
Wenn du tiefer gehen möchtest
Wenn du merkst, dass Stress dich schon länger begleitet und du nicht wirklich zur Ruhe kommst, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Du kannst dich gerne bei mir melden – und wir schauen gemeinsam, was bei dir dahinter steckt.
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